Einführung in die Mentalisierungs-Informierte Psychotherapie

Die Fortbildung führt in das Konzept und die Praxis der therapeutischen Mentalisierungsförderung mit Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern und Familien ein.
Mentalisieren - die Fähigkeit, sich selbst von aussen und andere von innen zu «sehen» - stellt eine basale soziale Kognition des Menschen dar. Kinder und Jugendliche mit ungünstigen frühen Bindungs- und Beziehungserfahrungen hatten oft nicht oder nur ungenügend Chancen, ihre Mentalisierungsfähigkeit zu entwickeln. Dies behindert ihre spätere Affekt- und Selbstregulation ebenso wie ihre Fähigkeit, stabile emotionale Beziehungen herzustellen und sich in günstige soziale Umwelten zu integrieren.

Aber auch andere Kinder und Jugendlichen, ja Menschen generell, können in belastenden Situationen oder bei Entwicklungsübergängen in ihrer gewohnten Fähigkeit zu mentalisieren akut oder auch länger blockiert werden.

Die mentalisierungs-informierte Therapie setzt hier an und versucht die Nachentwicklung oder die Wiederherstellung dieser Fähigkeit mit therapeutischen Mitteln und in unterschiedlichen Settings zu fördern. Der Einbezug des Herkunftssystems (Eltern und Familien) besitzt dabei zentrale Bedeutung.
Im Kurs werden zentrale theoretische Grundlagen vermittelt, dabei aber grosser Wert auf praktisches Üben gelegt. Stabiles Mentalisieren kann nachentwickelt werden – doch dafür braucht es für Fachpersonen wie KlientInnen Üben, Üben, Üben.


Als einführende Lektüre wird empfohlen (aber nicht vorausgesetzt):
Maria Teresa Diez Grieser & Roland Müller: Mentalisieren mit Kindern und Jugendlichen. Stuttgart: Klett Cotta, 2018

Lernziele:

  • Kennenlernen des Konzepts «Mentalisieren»
  • Kennenlernen von und Umgang mit Mentalisierungsstörungen in Erst- und Folgegesprächen mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Familien
  • Kennenlernen und Einüben der mentalisierenden Haltung
  • Kennenlernen und Einüben mentalisierender Interventionen und ihrer Kalibrierung.


Teilnahmebedingungen:

Ärztliche und psychologische PsychotherapeutInnen mit abgeschlossener oder fortgeschrittener Psychotherapie-Weiterbildung. Andere berufliche Voraussetzungen auf Anfrage.

 

Datum:

Freitag & Samstag, 22. & 23. März 2019

Zeit:    

09.15 – 17.30h (8 Lektionen à 45 Minuten / Kurstag, total 16 Lektionen)

Ort:       

Psychiatrische Klinik Luzern (Kantonsspital-Areal) 

Leitung:   

Dr. phil. Roland Müller

Kosten:

CHF 535.00 (Mitglieder von SPK und PSL: CHF 495.00)

Verpflegung: 

Auf Kosten der Teilnehmenden

Anmeldung:  

Hier